Interview mit Fabrizio Saccomanni

Im Rahmen des Forschungsprojekts „Pierre Werner und Europa“ und des Programms „Oral history of European integration“ stand Professor Fabrizio Saccomanni, ehemaliger Wirtschafts- und Finanzminister der Republik Italien und Ehrengeneraldirektor der Banca d'Italia, dem CVCE am 19. April 2016 Rede und Antwort.

Als Professor für Wirtschafts- und Finanzwissenschaften an der Universität Rom und der London School of Economics gilt Fabrizio Saccomanni als ausgewiesener Experte für die Wirtschafts- und Währungsunion und das internationale Währungssystem.

Während seiner langjährigen Tätigkeit als Generaldirektor der Banca d'Italia beteiligte er sich aktiv am Reflexionsprozess zur Einheitswährung und – insbesondere im Rahmen des Delors-Berichts – an den Verhandlungen zum Vertrag von Maastricht, der Einrichtung des Europäischen Währungsinstituts sowie zu späterem Zeitpunkt an der Umsetzung der Politik der Europäischen Zentralbank in Italien. 2012 spielte er eine aktive Rolle in der Arbeitsgruppe der EZB zur Einsetzung des einheitlichen Überwachungsmechanismus der Bankenunion.

Als Wirtschafts- und Finanzminister war Professor Saccomanni in die Ecofin-Verhandlungen über die Schaffung des zweiten Pfeilers der Bankenunion eingebunden.

Professor Saccomanni äußerte sich unter anderem zu den Ursprüngen seines Engagements für Europa, der Rolle Italiens bei der Einrichtung der WWU und insbesondere während der Euro-Krise sowie zu den aktuellen Herausforderungen und Perspektiven der Europäischen Bankenunion und schließlich zur Reform des internationalen Währungssystems.