Veröffentlichung neuer Interviews

Im Rahmen des luxemburgischen Vorsitzes im Rat der Europäischen Union veröffentlicht das CVCE Interviews mit ehemaligen luxemburgischen Botschaftern, die sich insbesondere um die wichtigsten Stationen ihrer diplomatischen Laufbahn sowie die Entwicklung der luxemburgischen Diplomatie innerhalb der Europäischen Union drehen. Vor diesem Hintergrund sind unter der Rubrik „Oral history of European integration“ ab sofort drei neue Interviews abrufbar.

Pierre Pescatore zählte zu den Leitfiguren im luxemburgischen Außenministerium nach dem Zweiten Weltkrieg. Dort war er nacheinander rechtlicher Berater, Direktor und schließlich Generalsekretär im Rang eines bevollmächtigten Ministers (1950-1967). Parallel dazu schlug er eine akademische Laufbahn als Lehrbeauftragter (1952) und Professor (1963-1982) an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Lüttich ein, in deren Rahmen er das Recht der Europäischen Gemeinschaften unterrichtete. 1967 wurde er zum Richter am Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften (EuGH) berufen. Dieses Mandat nahm er dreimal in Folge bis 1985 wahr.

Paul Mertz war von 1970-1976 stellvertretender Direktor und von 1976-1981 Direktor der Direktion „Politische Angelegenheiten“ des luxemburgischen Außenministeriums. Zudem war er von 1981-1988 in Rom luxemburgischer Botschafter für Italien und Griechenland sowie von 1988-1991 Generalsekretär im Außenministerium. Des Weiteren war er von 1991-1998 in Paris luxemburgischer Botschafter für Frankreich und ständiger Vertreter bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO).

Édouard Molitor war unter anderem Leiter der Direktion „Protokoll, Rechtliches, Kanzlei und Verwaltungsangelegenheiten“ des luxemburgischen Außenministeriums (1973-1978) sowie nicht ansässiger Botschafter beim Heiligen Stuhl (1975-1979). Von 1978-1989 war er in Wien Botschafter für Österreich und ständiger Vertreter Luxemburgs bei den Vereinten Nationen. Ebenso war er von 1989-1992 in London Botschafter für das Vereinigte Königreich, Irland und Island und ständiger Vertreter Luxemburgs bei der Westeuropäischen Union (WEU). Von 1989-1992 war er in Rom luxemburgischer Botschafter für Italien sowie von 1994-1996 für Malta. Schließlich war er von 1992-1996 ebenfalls ständiger Vertreter Luxemburgs bei den Vereinten Nationen in Rom sowie bei der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO).